Veras

Veras ist die neueste Gerätefamilie von Bernafon und wurde im Januar 2010 in den deutschen Markt eingeführt. Veras verwendet die exklusive kanalfreie Signalverarbeitung (channelfree), die Bernafon mit Symbio (siehe dort) erstmalig vorgestellt hatte. Diese Signalverarbeitung hat sonst kein anderer Hersteller. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht bei musikalisch anspruchsvollen Kunden und vereinzelt auch bessere Ergebnisse beim Sprachverstehen erzielen können. Die Familie umfaßt Hinter-dem-Ohr-Geräte („nano“ mit 312er Zelle ohne Potentiometer, „micro“ mit 312er Zelle und Poti, sowie „compact-Power“ mit 13er Zelle) sowie In-dem-Ohr-Systeme von klitzeklein (CIC) bis mittelgroß (312er Halbconcha-IdO). Neu gegenüber Symbio ist vorallem:

  • wireless-Funktionen,
  • Ear-to-Ear-Kommunikation (e2e),
  • sehr gute Rückkopplungsunterdrückung,
  • bessere Spracherkennung,
  • Fernbedienung möglich,
  • Hörsituationserkennung,
  • bis 4 Hör-Programme möglich,
  • Impulslärmunterdrückung u.a.m.

Zusammengefaßt: Bernafon hat die guten Eigenschaften von SymbioXT mit denen der ICOS-Familie kombiniert und alle aktuellen High-Tech-Zutaten (e2e, wireless) noch dazugetan. Das Spitzenmodell Veras-9 ist mit Verité (siehe dort) vergleichbar. Letzteres hat aber einen externen Hörer, welche es in der Veras-Familie nicht gibt.

Die Veras-Familie hat eine 9er-Linie (Vollausstattung), eine leicht abgespeckte 7er Linie und eine stark reduzierte 5er Linie. Bei letzterem ist die wireless-Funktion nicht mit dabei, was ich sehr bedauere, denn die Kommunikationsmöglichkeiten via Bluetooth (mit Fernbedienung „SoundGate“) und Bluetooth-Handy bzw. Fernseher oder Festnetztelefon (jeweils um einen Bluetooth-Sender ergänzt) sind einfach genial gut.

Roland Timmel

Roland Timmel

Hörgeräteakustikermeister bei Hörgeräte Dr. Timmel
Hallo, ich bin Roland Timmel – Dr.-Ing. für Technische Akustik und selbständiger Hörgeräteakustikermeister in Neustrelitz (Mecklenburg).
Roland Timmel

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10 Kommentare zu “Veras

  1. sehr geehrter HerrTimmel, sie schreiben am 29.3.2012 an eine Frau Leiner, daß veras von bernafon nicht mehr geliefert wird. mir wird im mai 2014 ein solches gerät von f. angeboten. sind diese geräte noch aktuell und für 6 jahre reparaturfähig – schwerhörigkeit im hochtonbereich – oder ist das nun doch ein ausverkauf. welche geräte sind zu empfehlen für hochtonbereichausfall?
    danke für ihre antwort.
    mfg walburga müller

    1. Die Veras-Högerätefamilie wurde weiterentwickelt – zunächst 2011 zu Chronos und seit Frühsommer 2013 zu Acriva – es sind Weiterentwicklungen im Detail und durchaus lohnenswert für den Benutzer. Die Firmen lassen dann die „veralteten“ Modelle „einschlafen“. Sie werden nicht mehr beworben, aber bei Verfügbarkeit immer noch auf Anfrage geliefert (Restposten). Es scheint Marktteilnehmer zu geben, die solche Modelle dann aus Werbungsgründen billig großartig anpreisen. Ich kann nicht zu solch einem Erwerb raten. Das ist so, als würde Ihnen ein Golf-IV zum Super-Sonderpreis angeboten werden. Dabe sind wir wohl aktuell beim Golf VI.

  2. Hallo Frau Leiner,

    das ist ja interessant! Ich finde es aber fragwürdig, allgemein vom Markt genommene Modelle (Veras wird nicht mehr geliefert) als Resteposten zu verramschen. Das ist wieder mal ein Marketing-Schachzug von F. – der allerdings geeignet ist, den guten Ruf der Branche zu beschädigen. Natürlich können Einzelne da ein Schnäppchen machen. Aber das ist alles nicht Thema meiner Webseite. Deshalb werde ich diesen Dialog nicht veröffentlichen.
    MfG Roland Timmel

  3. Nachtrag zu Veras 7CP: Danke für die Anregung, den 9er zu testen. Dieses Beispiel zeigt für mich exemplarisch, wie schwierig es heute ist, einen Hörakustiker zu erwischen, der sich gut auskennt mit der heutigen Komplexität und überdies gut mit allen Details der Anpassoftware umgehen kann – aber das ist off-topic.

    Bevor ich den 9CP teste recherchiere ich noch weiter, denn eine anderes Nachteil tritt hier (wie bei vielen anderen Digitalo’s auch) zutage: eine unerwartet große Signalverzögerung. Bei mir störend, weil Einohrversorgung (zwei bringen nichts extra), und das andere Ohr (nur bei Obertönen) immerhin noch etwas hört. Folge: Impulse (z.B. Teelöffel auf Tasse) fallen auf dem „tauben“ Ohr plötzlich auf, aufgrund der Zeitdifferenz. Es wäre sicherlich eine Gewöhnungssache, aber dafür gebe ich keine 2000 EUR aus.
    Noch funktioniert mein alter Widex (logo) L9 im Alltag tadellos…

    Thema delay:
    http://www.hearingreview.com/issues/articles/2010-01_04.asp

  4. Ich habe Veras 7CP getestet, und habe auch lange auf den Nachfolger der Symbio XT gewartet, einfach weil die Channelfree Philosophie mich überzeugt. Der Klang ist tatsächlich sehr gut (wie beim Symbio auch), aber der adaptive Richtmikrofon funktioniert nicht der Philosophie entsprechend. Die Philosophie sagt: Frequenzgang nur minimal beeinflussen je nach angebotenem Schallkomplex. Die Praxis: wenn „gerichtet“ wird, fallen die Tiefen weg. Dies ist zwar naturgegeben bei Richtmikros, aber dies sollte eigentlich kompensiert werden. Tut das Gerät aber nicht. Dies ist störend wenn das Gerät in der Adaptation pumpt, oft bei Musik, manchmal aber auch bei relativ ruhigen Sprachsituationen. Das Gerät wurde deshalb wieder zurückgegeben. Permanente Direktionalität hilft auch nicht, weil das Eigenrauschen des Gerätes dann hörbar wird. Offensichtlich werden beide Mikros separat digitalisiert und dann die Direktionalität errechnet. Klar, dass das typisch digitale Quantisierungsrauschen dann verstärkt erscheint.

    1. Hallo Rob,

      der Bericht ist interessant. Vereinzelt haben Kunden von mir auch von Digitalisierungsrauschen berichtet. Meist läßt sich das aber durch eine optimierte Einstellung beseitigen bzw. soweit verringern, daß es im Alltag nicht stört. Aber das hängt natürlich von den Hörkurven ab, die ich nicht kenne. Das Problem mit der mangelnden Tieftonkompensation ist lösbar, wenn Sie das bessere Veras-9CP nehmen. Da kann man einstellen, daß die Direktionalität nur im Hochtonbereich wirkt, d.h. der Baßbereich bleibt stabil.
      Mich würde Ihre Erfahrung dazu interessieren. Ich wünsche viel Erfolg.

      Roland Timmel

  5. Danke, es ist eine phantastische Sache. Man muss allerdings ein wenig mehr Zeit haben, um auch bestimmte situationsbedingte Geräusche oder Stimmen zu orten bzw. zu klar zu erkennen.
    Man gibt sich im Neuroth-Hörgeräte Testlabor sehr viel Mühe. Ich bin sehr optimistisch – mein Name
    ist Zweifler – ich bin schon immer Optimist gewesen ! AWS

  6. man hat bei mir mit einer Autometrie festgestellt,, daß mein Hörvermögen so roundabaut 50-55 %
    noch funktioniert und ich dringend ein Hörgerät anchaffen soll. Gesagt-getan – ich wollte natuerlich eines, daß man nicht gleich sieht. Nun ist alles in Vorbereitung.Es soll so ca. € 5400,00 kosten.
    Meine Frage: was kann ich dafür erwarten? Bitte gebt mirTips, ob dies regulär ist -übrigens es zur Zeit das Beste sein, das Markt hergibt. Danke im Voraus für Eure Unterstützung! JEZ

    1. Veras ist die modernste Produktfamilie von Bernafon (die durchaus über Spitzentechnologie und reichlich Erfahrung verfügen) und gehört zu dem Besten, was es derzeit gibt. Aber was das Beste ist, kann man nicht so einfach sagen. Das hängt von den Anforderungen und individuellen Vorlieben ab. Der Preis geht schon in Ordnung, wenn darin komplette Leistungen (incl. 6 Jahre Nachsorge) ist. Allerdings gibt es Veras in drei Leistungs- bzw. Preis-Stufen sowie verschiedenen Gehäusemodellen. Es ist zumindest klanglich schon sehr gut. Allgemein sollte es gründlich erprobt werden. Vorher unbedingt die Ziele der Versorgung möglichst konkret festlegen! Wenn alles nicht (auch nach Nachbesserung) klappen will, gibt´s ja notfalls noch ein Rückgaberecht. (Bei indiv. Anfertigungen aber u.U. mit Kosten verbunden). Viel Erfolg – wird schon werden!

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