Hörgeräte testen

Hier sollen grundsätzliche Überlegungen zum Test von Hörgeräten dargelegt werden.

Wer noch keine Erfahrungen mit Hörgeräten hat, wird natürlich skeptisch sein, ob sie denn wirklich einen Nutzen bringen werden. Denn

– Die Hochglanzbroschüren der Hersteller versprechen vieles, bleiben aber allgemein. Wird das für mich zutreffen?

– Die Aussagen der Bekannten sind für mich vielleicht nicht zutreffend. Schließlich sind wir ja sonst auch nicht immer einer Meinung.

– Werde ich mit der Handhabung fertig?

– Werden mich die Geräte irgendwie belästigen? Schließlich haben Brille u. Zahnersatz auch so ihre Tücken.

So etwa denkt doch jeder, der vor der Entscheidung steht Hörgeräte anzuschaffen oder auch nicht.

Sehr hilfreich ist da natürlich ein Test (beim Akustiker). Wenn das gut geht, dann gebe ich (und ich denke, das machen die meisten Akustiker ebenso) den Interessenten auch Testgeräte für ein paar Tage mit, damit Sie als Interessent auch in Ihrem Alltag herausfinden können, ob Ihnen Hörgeräte helfen.

Allerdings bitte ich bei der Beurteilung der Testgeräte zu berücksichtigen:

– Testgeräte sind nicht individuell angefertigt. Somit ist die Paßform (Sicherheit des Sitzes), Optik und Handhabung nicht optimal.

– Auch die Akustik ist durch den mangelhaften Sitz und die Universalform beeinträchtigt.

– Hörgeräteversorgungen werden erst nach Eingewöhnung, Hörtraining und Feinanpassung richtig gut.

– Testgeräte sind nicht in allen Bauarten verfügbar. HdO-Testungen sind kein Problem. IdO-Testungen sind nur sehr eingeschränkt mit sogenannten Mini-IdOs möglich, die so leidlich in ca. 70% aller Gehörgänge passen.

Zusammenfassend: Individuell gefertigte Hörgeräte sind meist viel besser als Testgeräte. Wer mit dem Testgerät gut zurechtkommt, braucht sich keine Sorgen mehr machen. Wer mit den Testgeräten nicht zurechtkam, aber beim Akustiker gut damit hört, kann sich Hoffnungen machen, daß er/sie mit den individuell angefertigten Geräte dann zurechtkommen wird. Aber die individuelle Anfertigung verursacht viel Aufwand und ist eben nicht „so auf die Schnelle“ und kostenfrei zu haben.

Der oben dargelegten Logik folgend sollte eine „richtige“ Hörlösung immer individuell gefertigt werden. Vorallem auch das Ohrstück bei HdO-Versorgungen. Die „life-Tip“-Lösungen der Hersteller sind gut für die Werbung und für die Testung, aber nicht für den sicheren, akustisch optimalen Dauergebrauch.

4 Kommentare zu “Hörgeräte testen

  1. Schöne und informative Seite. Ich habe bisher ein Hörgerät von Böckhoff (eigentlich ein oticon Gerät). Bin aber damit in meinem Beruf nicht zurechtgekommen. Probleme bei Gruppen vor allem. Manchmal habe ich ohne Gerät „besser“ verstanden als mit. Trotz Einrichtung und nochmals Korrektur. Da jetzt eins verloren ist, will ich was Neues.
    Frage: Kind und amplifon vertreiben praktisch die normalen Geräte unter ihrem Namen? Würden Sie eher sagen: Kette (Blickpunkt Service, Versicherungen, Kundendienst auch in anderen Orten..)? Oder die kleineren Anbieter?

    1. Hallo Herr Loest,
      ich bin ein engagierter „Kleiner“ Anbieter. Deshalb würde ich das natürlich empfehlen. Aber auch bei den „Kleinen“ gibt´s so´ne und solche. Über die „Großen“ will ich mich hier nicht äußern. Es gibt aber eine dritte Lösung: z.B. Hörex (www.hoerex.de) – eine Genossenschaft mit über 500 Betriebsstätten in D. Wenn also in Ihrer Nähe ein guter Hörex-Kollege arbeitet, dann können Sie nämlich bundesweite den Service-Verbund nutzen. Wenn Sie noch konkreten fachlichen Beratungsbedarf haben bzgl. Verstehleistung, so können Sie sich gern melden.
      MfG Roland Timmel

  2. Was ist „life-Tip“? Gibt es durch speziell gefertigte Ohrstücke einen besseren Rundumempfang? Jetzt habe ich durch die Kunststofschirmchen Probleme damit.

    1. Hallo Herr Esly,

      ja, die Schirmchen sind nur zur Ausprobe gedacht. Eine dauerhafte perfekte Lösung bekommen Sie nur durch individuell gefertigte, exakt sitzende Ohrstücke. Habe ich schon verschiedentlich hier geschrieben. Stöbern Sie mal ein wenig!
      MfG Roland Timmel

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