Trend: Extrem tief sitzende IdOs

In den neunziger Jahren versuchte es Philips schon mal mit dem „XP“ – scheiterte aber an komplizierter Anpassung und technischen Problemen. Seit 2010 wurden die audiologischen Ideen von einigen Herstellern wieder aufgegriffen und entsprechende Produkte in den Vordergund gerückt. Glaubt man der Werbung, wird 2011 das Jahr dieser Geräteklasse.

Was bedeutet tiefsitzend?

Diese Sonderform der CIC (Complete In Canal) beginnen deutlich hinter der ersten Biegung des Gehörgangs (im Idealfall in der zweiten Biegung) u. reichen bis kurz vor das Trommelfell.

Was sind die Vorteile dieser tiefsitzenden IdOs?

– Sie arbeiten auf ein wesentlich kleineres Luftvolumen vor dem Trommelfell und brauchen deshalb weniger Leistung für den gleichen Effekt wie Standard-CICs. Weniger Leistung bedeutet geringerer Klirrfaktor, also besserer Klang.

– Das Mikrofon sitzt so tief, daß keine zusätzlichen Windgeräusche entstehen.

– Dadurch, daß die Geräte im unbeweglichen Teil des Gehörgangs sitzen, gibt es keinen Verschlußeffekt (dumpfer Klang der eigenen Stimme, laute Kaugeräusche).

– Durch die akustisch optimale Mikrofonposition (natürliche Position) ist das Richtungsgehör optimal.

– Ebenso sind sie natürlich wettergeschützt.

Aber es gibt natürlich auch Nachteile bzw. Einschränkungen.

– Nur wenn der Gehörgang geräumig und nicht zu winklig ist, paßt die Technik rein. Leute mit kleinen Ohren haben Pech.

– eine starke Cerumenproduktion (Ohrenschmalz), Hautprobleme, Exostosen (Einengungungen durch Knochenwucherung) u.a. stellen Ausschlußkritierien dar.

– Diese kleinsten Gerätetypen lassen nicht alle technischen Möglichkeiten moderner Hörsysteme zu, weil dafür einfach kein Platz ist. Z.B. Bedienelemente und Funkkopplungen gehen nicht.

– Nicht zuletzt sind dies aufgrund des erhöhten Aufwandes und Risikos die teuersten Gerätetypen.

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