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Glossar

Begriffe bei Hörgeräte test.

Im folgenden Glossar werden die wichtigsten Abkürzungen und Fachbegriffe erläutert, damit die Testberichte in “Hörgeräte-test.” trotz sprachlicher Kürze auch für Laien verständlich werden.

Akku In den Größen 10 – 675 gibt es NiMh-Akkus ohne nennenswerten Memoryeffekt. Die Kapazitäten sind allerdings nur ein Zehntel oder weniger der gleichgroßen Zink-Luft-Hochleistungsbatterie. Achtung: 10er und 312er haben sich bei uns nicht bewährt!
Abdruck veralteter Ausdruck für Abformung
Abformung Ohrabformung von Ohrmuschel und Gehörgang mit Silikonmasse zwecks Herstellung von Ohrstücken für HdOs bzw. Gehäusen für IdOs.
Batterie Gängigste Energiequelle. Gibt es in den Größen:
5 kleinste Zelle, relativ ungebräuchlich, für kleinste IdOs, Laufzeit 20 – 40 Stunden
10 für kleine IdOs u. kleinste HdOs, Laufzeit 60 – 80 Stunden
312 Standardzelle für IdOs u. kleine HdOs, Laufzeit 100 – 150 Stunden
13 Standardzelle für Mini-HdOs u. große IdOs, Laufzeit 200 – 250 Stunden
675 Zelle für große Basis-HdOs u. Super-Power-HdOs, Laufzeit bei starkem Leistungsbedarf sehr individuell.
Es sind alles Zink-Luft-Hochleistungszellen, die zwar eine hohe und für Hörgeräte optimierte Leistungbereitstellen können, allerdings einen nennenswerten Selbstentladung haben. Deshalb werden sie alle mit einm Klebeetikett versiegelt ausgeliefert. Damit sind sie dann i.d.R. 3 Jahre lagerfähig.
BICROS Wie bei CROS (s. dort), mit dem Unterschied, daß das bessere Ohr nicht normalhörend ist, sondern auch schon eine Verstärkung benötigt. Somit werden die Signale beider Seiten über ein Hörgerät in den Gehörgang eingespeist.
Bluetooth Funkstandard mit einer Reichweite von wenigen Metern. Bei Hörgeräten zur drahtlosen Übertragung von Audiosignalen zum Hörgerät bzw. zu einem Zwischengeschaltetem Adapter.
binaural beidohrig
binaurale Signalverarbeitung Bei Verwendung von zwei Hörgeräten tauschen diese sich permanent aus mit dem Ziel das Hören natürlicher zu gestalten und vorallem durch ein verbessertes Richtungshören auch das Verstehen im Lärm zu verbessern.
CIC extrem kleines IdO (Completely-in-the-Canal), nahezu unsichtbare Trageposition
Concha “Ohrmuschel”, bei IdOs eine große Bauform, die die gesamte Ohrmuschel ausfüllt.
custom-made individuelle Fertigung. Bei IdOs bedeutet dies, daß das Gerät ein individuelles Gehäuse entsprechend einer Abformung des Ohres erhält und dann nur in dieses eine Ohr paßt.
CROS Contralateral Routing Of Signal – bedeutet, daß das Signal auf der einen Kopfseite mit einem Mikrofon aufgenommen und dann zur anderen Kopfseite mit dem normalhörenden Ohr geleitet wird, um es dort in den Gehörgang einzuspeisen. Wird benutzt, wenn ein Ohr taub ist, d.h. die Einleitung dort nichts bringt. Damit wird zwar kein echtes Stereohören ermöglicht, aber wenigstens die Ansprechbarkeit von der “tauben” Seite.
Cymbaspangen-IdO IdO, bei dem die Technik in dem oberen Teil der Ohrmuschel sitzt. Gestattet sehr offene Versorgungen.
Datalogging Das Hörgerät protokolliert Nutzungsdaten (z.B. Betriebsstunden, Lautstärkesituationen, Lautstärkeveränderungen des Nutzers) mit. Sehr gut für die Feinanpassung und Beratung.
Doppel-Mikrofonsystem mit zwei Mikrofonen kann eine veränderliche Richtwirkung bewirkt werden (programmgesteuert)
externer Hörer Bei HdOs: Durch den ausgelagerten Hörer (im Gehörgang) wird wie beim IdO eine bessere Hochtonwiedergabe und ein relativ glatter Frequenzgang erzielt.
e2e siehe  Ear-to-Ear-Kommunikation
Ear-to-Ear-Kommunikation Bedeutet, daß linkes u. rechtes Hörgerät Daten per Funk austauschen. Programmwahl, Verstärkungsverstellung ist das Mindeste, bedeutet aber schon besseren Bedienkomfort. Fortgeschrittene Varianten übermitteln noch viel mehr, z.B. erkannte Hörsituation, Ort von Sprechern u. Hauptlärmquellen und optimiert somit die Verstehqualität und Lärmunterdrückung.
Fernbedienung Ermögicht Programmwechsel und Lautstärkeänderungen ohne am Gerät hantieren zu müssen. Was zumeist als Luxus erscheint, ist tatsächlich für Senioren segensreich.
Funktechnologie Ermöglicht das Einkoppeln von Tonsignalen per Induktion in die Hörgeräte. So kann praktisch eine Handy-Freisprecheinrichtung eingerichtet werden, aber auch der Fernsehton direkt ins Hörgerät kommen. Das ist nicht nur praktisch, sondern meist vom Verstehen her besser als separate Funkkopfhörer u.ä.
Gehörgangsgerät Kleines IdO, bei dem die gesamte Elektronik im Gehörgang untergebracht werden kann. Sinnvoll eigentlich nur in Verbindung mit einer Lautstärkeautomatik.
Halbconcha Bei IdOs eine Baugröße, die die halbe Ohrmuschel ausfüllt. Oftmals nötig, um entweder bei engem Gehörgang die Elektronik oder ansonsten die Batterie oder die Bedienelemente unterzubringen.
HdO Hinter-dem-Ohr-Hörgerät – die gesamte Elektronik liegt hinter (auf) dem Ohr. Das ermöglicht maximale Leistung und große Batterien einzusetzen.
Hörentwöhnung Effekt, daß das Erkennen und Zuordnen von Klängen durch “Hör-Abstinenz” verlernt wird. Das erschwert natürlich das Sprachverstehen und führt oftmals zu Ablehnung von Hörgeräten, da dann alles als “Lärm” eingeordnet wird. Großes Problem bei hochbetagten “Einsteigern”.
Hörsituationserkennung Hochleistungsprozessoren analysieren den eingehenden Schall und erkennen, ob Sprache, Lärm oder Musik anliegt. Aus der Detektion wird automatisch eine Klassifizierung aktiviert, die zu jeweils optimalen Verarbeitungsprogrammen führt.
IdO In-dem-Ohr-Hörgerät – die gesamte Elektronik ist in die Ohrmuschel bzw. den Gehörgang integriert. Vorteile gegenüber HdO: bessere Hochtonwiedergabe und ein relativ glatter Frequenzgang. Nachteile: geringere Leistung, stärkerer Gehörgangsverschluß, kleine Batterien
Impulsschallunterdrückung Impulsschall ist insbesondere bei Innenohr-Schwerhörigkeit (überwiegende Zahl) und Hörentwöhnung sehr lästig. Wird gedämpft ohne die Sprachqualität zu mindern.
In-Situ-Audiometrie hier: Hörprüfung mit Hörgerät im endgültigen Tragezustand (idealerweise mit indiv. Ohrstück und angepaßter Belüftung). Ist genauer als die Kopfhöreraudiometrie und kann zu genauerer Hörgeräteanpassung genutzt werden.
ITC Gehörgangsgerät (In-the Canal)
Kanalgerät siehe Gehörgangsgerät
Labor-Ohrstück individuelles Ohrstück für den Gehörgang. Wird für HdOs und Modul-IdOs benötigt. Gibt Halt und realisiert eine definierte Belüftung.
monaural einohrig
Nanotechnologie Hier zur Herstellung besonders glatter Oberflächen, auf denen Schmutz, Ohrenschmalz u.a. nicht so gut haften kann. Dient leichterer Reinigung, besserer Hygiene und beugt Reizungen vor.
Ohrmuschel-Simulation Die Ohrmuschel bewirkt ein Richtungshören (nach vorn) und eine Abschattung nach hinten. Dieser Effekt kann prinzipiell bei HdOs nicht benutzt werden, da die Mikrofone über der Muschel plaziert sind. Mit zwei Mikrofonen kann der Prozessor im HdO diese Richtwirkungen aber nachbilden. Das verbessert das Richtungsgehör.
offene Anpassung Bedeutet, daß das Ohrstück (beim HdO) oder das IdO den Gehörgang nicht zustopft. Dadurch wird nicht nur das Klima im Gehörgang besser, sondern auch der Klang, weil somit der Originaklang auch ans Trommelfell gelangen kann. Das ist bei leichten Hörminderungen, Hochtonschwerhörigkeit und in lauten Situationen wichtig.
Okklusion dumpfer Klang der eigenen Stimme durch Gehörgangsverschluß (siehe offene Anpassung)
Programm hier: Betriebsart – moderne Hörsysteme haben so eine große Speicherkapazität im Chip, so daß es möglich ist, verschiedene Einstellungen “nebeneinander” bereitzustellen. Die können dann per Schalter, Taster oder auch automatisch (siehe Situationsklassifizierung) abgerufen werden. Dadurch kann eine situativ bessere Verarbeitung erreicht werden (z.B. Lärmprogramm, Musikprogramm usw.)
Rückkopplungs-Unterdrückung elektronisches System zum Unterdrücken der berüchtigten Pfeifgeräusche – ermöglicht offenere Anpassungen
Richtmikrofon ein Mikrofon mit zwei Eingängen – ermöglicht permanente bevorzugte Schallaufnahme von vorn – wird inzwischen durch Doppel-Mikrofonsysteme ersetzt
selbstlernend Das Hörgerät “merkt”, wenn es dauerhaft z.B. lauter benutzt wird und wird am nächsten Tag eine lautere Einstellung wählen. So nähert sich das Gerät den Vorlieben des Nutzers an.
Situations-Klassifizierung Das Hörsystem erkennt, ob Ruhe, Lärm, Sprache oder Musik “anliegt” Dadurch können jeweils optimierte Übertragungseigenschaften aktiviert werden.
SoundRecover System zur Frequenzverschiebung von hohen Tönen durch Frequenzkompression von Phonak.
Verschlußeffekt siehe Okklussion
Wireless Fremdwort (engl.) für Funktechnologie (s. dort)
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3 Kommentare zu “Glossar”

  1. Leinroth Jürgen sagt:

    Die Seite ist sehr gut und informativ. Habe im Moment das 3. paar Hörsysteme in den Ohren. Nun bin ich geschockt über die Preise. Die Geräte wurden immer teurer. Leider gefällt mir das Hörsystem welches ich nun probiere am besten, aber es soll 4500€ kosten.
    Hier auf dieser Seite habe ich nun alle Hersteller mit ihren aktuellen Geräten gefunden. Die auch sehr gut beschrieben wurden. Bin nun aber total verwirt! Welches Hörsystem ist bei einem guten Preis das Beste für mich?

    • Hallo Herr Leinroth,
      vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht, der ja erfreulicherweise zeigt, daß die moderne Technik bei Ihnen zu guten Ergebnissen führt. Daß steigende Qualität grundsätzlich einen steigender Preis nach sich zieht, ist auch bekannt. Welches Hörsystem das richtige für Sie ist, kann ich Ihnen nicht sagen, denn ich weiß ja nichts über Ihre Hörschwäche, Ihre Hörbedürfnisse und viele andere Faktoren. Ich empfehle Ihnen mit Ihrem Akustiker nochmals gründlich über Ihre Anforderungen zu sprechen, damit Sie nur das kaufen, was Sie wirklich brauchen. Ansonsten verweise ich auf den Text von John Ruskin unter “Auswahl von Hörgeräten/Billig und gut”. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen nach Ihrer Anschaffung mitteilen oder sogar hier im Blog darlegen. Ich plane einen weiteren Menüpunkt “Nutzer-Erfahrungen”.

  2. Dieser Artikel ist sehr wertvoll. Nun verstehe ich endlich, worum es geht!

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