Über Hörgerätetest

Bild Dr. Ing. Roland TimmelHallo, ich bin Roland Timmel – Dr.-Ing. für Technische Akustik und selbständiger Hörgeräteakustikermeister in Neustrelitz (Mecklenburg).

Ich habe in meinen inzwischen 20 Jahren Selbständigkeit in der Hörakustik festgestellt, daß die Technik das geringste Problem darstellt. Insbesondere, seitdem die nunmehr digitalen Systeme immer erstaunlichere Leistungen vollbringen.

Die Anschaffung von Hörgeräten ist meiner Erfahrung nach kein leichtes Unterfangen. Die Meisten tun sich sehr schwer damit zu akzeptieren, daß sie solch ein Hilfsmittel wirklich benötigen. Weitere erschwerende Faktoren sind:

  • die Produktgattung ist i.d.R. unbekannt,
  • die Kunden sind überwiegend älteren Semesters und nicht technologieerfahren,
  • viele Kunden haben außer dem Hördefizit noch weitere körperliche Einschränkungen (z.B. Sehschwäche, Vergeßlichkeit, eingeschränkte Geschicklichkeit usw.)
  • dadurch, daß die Hörminderung meist schon jahrelang besteht, ist eine Hörentwöhnung eingetreten. Somit wird die für das bessere Sprachverstehen notwendige Hörgeräteverstärkung nicht akzeptiert. Eine sehr behutsame Heranführung an die optimale Hörverstärkung ist notwendig. Trotz modernster Technologien werden Einschränkungen bestehen bleiben, die in sogenannten „schwierigen Hörsituationen“ zu Frustration durch Nichtverstehen oder Mißempfindungen führen.
  • werden dann hochwertige technische Systeme benötigt, die zeitaufwendig an die individuellen Erfordernisse angepaßt werden müssen, so ergeben sich teilweise erhebliche finanzielle Belastungen, denn die Kostenübernahme der Krankenkassen deckt nur den elementaren Bedarf und orientiert sich nicht an den tatsächlichen Bedürfnissen älterer Menschen.
  • Die in der Gesellschaft vorherrschenden Meinungen über Hörgeräte sind überwiegend negativ. Jeder kennt irgendeinen alten Nachbar, dessen Hörgerät öfter pfeift statt die gewünschte Verstehleistung zu erbringen. Vorurteile erschweren naturgemäß den Entschluß zum Hörgeräte-Erwerb.
  • Diese negativen Erfahrungen (besser: Vorurteile) stehen in starkem Kontrast zu den Werbebotschaften der Hörgeräteindustrie und machen mißtrauisch.
  • Krankenkassen verkünden lautstark, daß sie Hörgeräte voll finanzieren und suggerieren damit, daß sogenannte Kassengeräte modern und sehr gut seien.
  • Jeder Hörakustiker wird aber aus guter Erfahrung deutlich höherwertige Hörgeräte empfehlen, da er ja einschlägige Erfahrungen mit den tatsächlichen Schwierigkeiten der Zielgruppe hat. Natürlich wird ihm als Verkäufer unterstellt, daß er diese höherpreisigen Systeme überwiegend aus materiellem Eigeninteresse empfiehlt.
  • HNO-Ärzte als Dritte im Bunde verfolgen zudem meist wieder ganz andere, eigene Interessen. Die meisten haben keinen Überblick über die technischen Möglichkeiten einer sich rasant entwickelnden Hochtechnologiebranche. Einige wollen aber trotzdem die Meinungshoheit gegenüber Kunden, Hörakustiker und anderen Fachleuten behaupten. Das ist oftmals peinlich, immer aber verwirrend. Manche versuchen an dem Markt selbst noch zu partizipieren indem sie Versandhandel mit Hörgeräten in ihren Praxen betreiben bzw. auf finanzieller Basis mit einem Anbieter kooperieren und deshalb ihre Patienten (ungesetzlich) dorthin verweisen.

Was erzeugen diese und weitere nicht aufgeführte Fakten? Mißtrauen!
Wie kann Vertrauen geweckt werden? Durch neutrale Information.
Genau dies soll diese Webseite leisten.

Ich würde mich freuen,

  • wenn Sie die gewünschten Informationen finden,
  • wenn Sie Einblicke in Zusammenhänge bekommen und aktiv an Ihrer individuellen Hörverbesserung arbeiten,
  • wenn Sie das notwendige Vertrauen in die zweifellos hochwertigen Produkte und die umfangreichen Dienstleistungen ihres Akustikers gewinnen,
  • und schließlich ein Hörsystem erwerben, welches Ihnen im täglichen Leben viel Erleichterung verschafft.

Diese Webseite ist nicht kommerziell, d.h. es werden keine Produkte oder Dienstleistungen angeboten oder verkauft. Alle Empfehlungen entspringen meiner persönlichen Praxis und sind allgemein zu verstehen und ersetzen nicht das persönliche individuelle Beratungsgespräch mit dem Akustiker Ihres Vertrauens. Wenn das von Ihnen gesuchte Produkt nicht besprochen wird, bedeutet das keine Wertung. Bei inzwischen weit über 1000 auf dem internationalen Markt verfügbaren professionellen Produkten ist es nicht möglich alle zu erproben und zu besprechen. Alle angeführten Firmennamen oder Produktbezeichnungen können rechtlich geschützte Marken der jeweiligen Inhaber sein. Die Bildrechte der auf diesen Seiten eingestellten Fotos liegen ausschließlich bei den Herstellern der Produkte oder bei Hoergeraetetest. Mein Dank gilt den Hörgeräte-Firmen, die mir bei der Zusammenstellung der nötigen Informationen und der Bereitstellung der Fotos sehr behilflich waren.

Weitergehende Information zu vielen allgemeinen Aspekten der Hörgeräte-Anschaffung finden Sie auch auf unserer Firmen-Webseite www.dr-timmel.de

Angebote für Akustiker finden sich unter: www.timmel.info

Anfragen können Sie stellen unter: info@dr-timmel.de

Ich lade Sie ein, Ihre Kommentare auf der jeweiligen Seite einzugeben. Wenn mir die Veröffentlichung für andere Nutzer interessant erscheint, werde ich sie gern freigeben. Dann können alle anderen Interessenten von Ihren Erfahrungen profitieren.

Ihr Hörakustikermeister

Dr.-Ing. Roland Timmel

155 Kommentare zu “Über Hörgerätetest

  1. GutenTag!
    1. finde ich Ihre klaren Auskünfte klasse, wo erhält man sonst Informationen eiene unabhängigen Fachmannes!
    2. hänge ich gleich eine Frage an: Meine nächsten Akustiker sind KIND und Amplifon. Sind deren Geräte Eigenentwicklungen oder verstecken sich hinter den firmeneigenen Bezeichnungen/Gerätenamen Geräte von Herstellern, die in den vorstehenden Beiträgen genannt werden?

    MfG Helmut Wöbbeking

    1. Hallo Herr Wöbbeking,
      ja, es gibt Marktteilnehmer, die Eigenmarken führen. Diese sind teilweise technisch identisch mit den originalen Herstellerprodukten. Es gibt aber auch Abweichungen in Details oder Sonderprodukte dieser Anbieter. Ich möchte hier nicht genauer werden, da ich schon mal schlechte Erfahrungen machen mußte. Ich berichte auf meiner Webseite nur über die Originale. Weitere Informationen bekommen Sie bei lokalen (evtl. auch alternativen) Anbietern (Fragen Sie doch einfach!) oder bei den Hersteller-Webseiten.
      MfG Roland Timmel

  2. Sehr geehrter Herr Timmel,
    ich bin 33 Jahre alt, und trage seit 29 Jahren Hörgeräte. Die ersten 20 Jahre ausschliesslich Phonak und seit 4 Jahren Siemens Artis 2P. Meine Schwerhörigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass die tiefen Frequenzen gut bis mässig von mir verstanden werden (daher Tiefenbohrung notwendig) und sich fortsetzt zu einer im Hochtonbereich, sehr starken Schwehörigkeit bis hin an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit im Hohen Frequenzbereich.
    Beruflich muss ich sehr häufig Verhandlungen leiten z.B. auf Messen wo ich mit dem Problem der Filtration von Nebengeräuschen konfrontiert werde. Ausserdem muss ich beruflich sehr viel telefonieren, auch in Fremdsprachen. Mich würde daher interessieren, welche Hörgerätetypen Sie besonders empfehlen können. Im Hinblick auf die Problematik des Vieltelefonierens, interessieren mich natürlich besonder Hörgeräte mit Bluetooth-Anbindung, wodurch Telefonate direkt an die Hörgeräte übermittelt werden können.
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße

    Matthias Griebl

    1. Hallo Herr Griebl,

      Ihre Fragestellung ist zu komplex, als daß ich sie seriös beantworten könnte. Aber hier ein paar Tipps. Testen Sie doch mal neueste Phonak-Geräte mit SoundRecover. Wenn Sie hohe Töne ja bisher praktisch nicht wahrnehmen, könnte das für Sie ein Gewinn an Verständlichkeit bringen. Als Verstehgeräte in der Branche sind die AgilPro von Oticon wohl bekannt. Alternativ auch besonders unter klanglichen Aspekten kann ich empfehlen von Bernafon Geräte mit Channelfree-Technik zu erproben. Alle genannten Produzenten haben auch bluetooth-fähige Hörgeräte im Programm.
      Ich würde mich freuen, von Ihnen zu erfahren, wohin Sie Ihre Erprobungen schließlich geführt haben. Viel Erfolg!

  3. Sehr geehrter Herr Timmel, ich probiere momentan Widex Bravo 11 mit Otoplastiken und höre meine eigene Stimme zu dumpf (okklusion). Der Akustiker sagt, dass es ist normal. Stimmt das? Ich habe Hochtonschwerhörigkeit. Danke.

    1. Das ist so, wie Ihr Akustiker sagt. Eine Lösung dafür ist, möglichst offen zu versorgen. Dafür ist allerdings das Bravo B11 nicht gut geeignet, weil es keinen Rückkopplungsmanager und auch nur 2 Kanäle hat. Sie sollten ein besseres Hörgerät wählen!

  4. Sehr geehrter Herr Dr. Timmel
    Um meine Erfahrungen in Sachen Hörgerät weiter zu geben, möchte ich meinen Beitrag vom 21. April 2010 wie folgt ergänzen.
    Angefangen hat das Ganze mit einem Hörgerät Hansaton Loona. Was sich für meine Bedürfnisse als falsch erwies. Weiter ging ich zu einem anderen Akustiker, wo ich das Widex 440-M4-9 einige Monate ausprobieren konnte. Was daraus geworden ist, sehen Sie aus meinem ersten Bericht. Er sagte mir auch, dass meine Bedürfnisse wahrscheinlich nicht gedeckt werden können und es technisch unmöglich ist ein befriedigendes Hörgerät zu finden. Um meine Ziel weiter zu befolgen, liess ich nicht locker und ging zu einem anderen Akustiker einer anderen Firma.
    Er passte mir ein Phonak Audéo Smart V mit entsprechender Programm-Zuordnung an. Es deckte meine Musikerwünsche schon besser ab. Nur beim anblasen der Tuba gab es noch ein kleines Geräusch ab, was noch störend wirkte. Nach einigen Monaten wechselten wir auf das Oticon Agil mini auch mit Ex-Hörer mini Rite 312 und später noch auf grössere Hörer M. Was ich heute alles mit diesem Hörgerät bei extremen Verhältnissen erleben darf, ist schon eine hochgradige Technische Meisterleistung. Das Hörgerät bleibt bei Proben und Konzerten immer ohne Programmwechsel eingeschaltet. Es passt sich bis heute an allen Situationen (auch Schlagzeug) automatisch an. Ich bin restlos zufrieden und glücklich. Es ist noch zu sagen, dass ich das Ziel nur erreichen konnte mit einem hervorragenden und engagierten Akustiker, welcher auf meine Wünsche voll einging und sie auch mit seinen Kenntnissen positiv umsetzen konnte.
    Mit freundlichen Grüßen Werner Nyffeler

    1. Herzlichen Glückwunsch! Gut, daß Sie so hartnäckig waren. Auch in Anbetracht der Tatsache, daß engagierte Akustiker nicht nur viel auf dem Weg zum richtigen Hörgerät tun (müssen), sondern dann auch in den Folgejahren (Versorgungszeitraum 6 Jahre!) bei Bedarf ohne Kosten weiter tun werden, ist Ihnen sicher nun der Wert dieser Arbeit klar geworden. Dann werden auch die auf den ersten Blick unverständlich hohen Preise verständlich. Vielen Dank für Ihren Bericht. Er wird sicher vielen anderen Mut machen.

  5. Guten Abend,
    ich stehe vor der Entscheidung, mir neue Hörgeräte anzuschaffen. Ich hatte zuletzt IDO-Geräte und möchte solche, wegen der schlechten Belüftung, nicht mehr haben.

    Was halten Sie für besser? Exhörsysteme oder „normale“ HDO? Wieviel Zuzahlung muß man bei Exhörern rechnen?

    1. Ex-Hörer-Systeme haben den Vorteil, daß der Schall (ebenso wie bei IdOs) kurz vorm Trommelfell direkt abgestrahlt wird und nicht erst durch einen Schallschlauch geleitet werden muß, wo er nämlich Resonanzen aufgeprägt bekommt. Also werden Sie wahrscheinlich einen Klangvorteil haben. Nachteilig ist, daß die Belüftung nicht ganz so großzügig ausfallen kann, wie bei einem „echten“ HdO. Preise könnten bei reichlich 1000 Euro Eigenleistung je Gerät beginnen. Spitzengeräte kosten an die 3000 Euro (abzgl. Kassenleistung).

  6. Sehr hilfreiche Informationen. Als Betreuer muß ich mich für eine 96jährige noch rüstige Dame mit Sehschwäche um das „schlechte Hören“ kümmern. Z.Zt. behilft sie sich mit einem Kinn-
    bügelhörer „Audioport A 200“ von Sennheiser. Ist es möglich, eine Beratung bei Vorlage der Ton- u. Sprachaudiogramme bei Ihnen, Herr Timmel, zu bekommen?
    Mit besten Dank für eine Antwort, N. Löhn.

    1. Ja, das ist möglich. Wir sollten aber vorher den Umfang der Beratung und die Honorarhöhe besprechen. Grundsätzlich empfehle ich eine persönliche, wohnortnahe Versorgung. Aber wenn Sie mich zusätzlich konsultieren möchten, bitte. MfG Roland Timmel

  7. Können Sie schon etwas zum neuen Phonak Ambra sagen? Wird von mir gerade getestet; dabei fällt mir auf, dass beim Hören von Musik oder auch nur Musik im Hintergrund immer wieder vom Gerät (meist einseitig, aber wechselnd auf beiden Geräten) Töne produziert werden, die nicht aus der Umgebung stammen, sondern quasi virtuell im Gerät entstehen. Woran kann das liegen? Hat das mit der Programmierung zu tun oder ist es ein Fehler im Gerät?

    1. Tut mir leid – Ambra habe ich noch nicht getestet. Wahrscheinlich verursacht die Rückkopplungsunterdrückung die künstlichen Töne. Ein typisches Problem. Bitten Sie Ihren Akustiker ein Musikprogramm zu erzeugen, wo diese Funktion abgeschaltet ist. MfG Roland Timmel

  8. Guten Tag,

    ich habe ein Badewannenhörverlust.

    Beim Probetragen von Hörgeräten komme ich einfach nicht über ein Sprachverstehen von 70 % in ruhiger Umgebung. Kann es wirklich sein, das bei mir nicht mehr möglich ist?

    Eine Antwort wäre nett.
    Gruss
    S. Kreutziger

    1. Hallo Frau Kreutziger, entscheidend über Ihren möglichen Erfolg ist nicht nur die Art des Frequenzverlaufs (Badewannenkurve), sondern Ihr maximales Sprachverstehen unter Kopfhörer (Sprachaudiometrie). Wenn Sie da mehr als 70% auf beiden Ohren (einzeln) erreichen, sollten Sie auch mehr als 70% im ruhigen Freifeld erreichen. Generell sollte es möglich sein, das Maximum der Kopfhörermessung auch im Freifeld zu erreichen. Ausnahmen gibt es natürlich – nach oben und unten. Wahrscheinlich sollten Sie mehr Geduld in das Testen verschiedener Systeme investieren. MfG Roland Timmel

  9. Herr Timmel – Ich bedanke mich ganz herzlich.
    Dieses nun gewonnene Wissen werde ich natürlich sofort zu meinem Akustiker tragen. (Ist übrigens eine sehr nette junge Dame! 😉 )
    Ich werde zu gegebener Zeit hier berichten, was wir da erreichten.

    Jürgen Kirsten

  10. Mir ist da etwas aufgefallen, was ich mir eigentlich nicht so recht erklären kann.
    Ich trage nun seit kurzer Zeit zwei Agil Pro 13.
    Halte ich mir nun die Ohren zu, indem ich zum Beispiel die Finger in die Ohren stecke und nur auf das Gerät angewiesen bin, wird der Klang und die Verständlichkeit der Sprache und Musik deutlich, sehr deutlich besser.
    Wie kann man dies interpretieren?

    1. Hallo Herr Kirsten,
      nach den mir vorliegenden Hörkurven haben Sie im Tieftonbereich nur einen sehr geringen Hörverlust, dagegen im Hochtonbereich einen großen (links sehr groß). Folgerichtig hat Ihr Akustiker eine Hochtonversorgung durchgeführt um Ihr Verstehvermögen zu verbessern. Durch die offenen Ohrstücke fließt eine eventuell programmierte Tieftonverstärkung gleich wieder ab. Deswegen machen die Geräte keine Lautstärke und keinen „vollen“ Klang. Prinzipiell nicht falsch, aber Sie haben durch Experimentieren (Verschluß des Gehörgangs) herausgefunden, daß Ihnen der Klang besser gefällt u. Sie lauter hören u. besser verstehen, wenn die Tiefen nicht alle abfließen. Sprechen Sie Ihren Akustiker daraufhin an. Es ist kein Problem, das Ohrstück wenigstens teilweise zu verschließen. Ich hoffe doch, Sie haben welche. Wenn Sie nur einen dünnen Schlauch mit Test-Schirm haben, so sollten Sie individuell gefertigte Ohrstücke bestellen. Kosten zwar etwa 100 Euro je Stück, bringen dann aber wenigstens „genaue“ Akustik (Klang). Akustik hat viel mit Mechanik zu tun und braucht Erfahrung – das kann Ihnen jeder Instrumentenbauer oder Lautsprecherbauer bestätigen. Nur programmieren reicht nicht. Im Übrigen kann man heutzutage den Schall vor dem Trommelfall sichtbar machen und so diese Effekte sehr gut kontrollieren – nennt sich VisibleSpeech, haben allerdings viele Betriebe leider noch nicht.

      Alles Gute!

      Roland Timmel

  11. Sehr geehrter Herr Sehr geehrter Herr Dr. Timmel

    Ich war viele Jahre ein reglmässiger Discobesucher und habe es leider versäumt meine Ohren zu schützen. Vor rund 2 Jahren hatte ich hörsturz ähnliche Symptome, und seither höre ich praktisch alles undeutich und verzerrt (insbesondere Frauenstimmen und Musik). Laut diversen HNOs ist alles ok, meine Hörkurve liege sogar noch über meinem Altersdurchschnitt, trotzdem leide ich sehr daran, Hörgeräte hab ich vor einiger Zeit auch mal ausprobiert, hat aber lleider nichts gebracht. Hätten Sie mir ev. noch einen Tipp?
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
    Freundliche Grüsse Fabian

    1. Hallo,
      es tut mir leid, aber ich muß Ihnen mitteilen, daß mir da wirklich nichts einfällt, wenn Ihre Hörkurven noch wirklich gut sind. Aussagen von HNO-Ärzten diesbzgl. sind allerdings manchmal nicht tiefgründig genug. Ich habe schon einige Fälle gehabt, die noch im Normbereich (aus Krankenkassensicht) lagen, aber von Hörgeräten profitiert haben. Ein Fall ist mir noch deutlich in Erinnerung, da hatte der Mann in ruhigen Situationen überhaupt keine Probleme, aber in Gesellschaft verstand er nichts u. es war unangenehm laut. Dem habe ich dann praktisch mal einen aktiven Gehörschutz programmiert (mit eine volldigitalen, automatischen Hörgerät). Da brauchen Sie einen sehr engagierten Akustiker in der Nähe, der bereit ist mit Ihnen (zeitaufwendig) etwas zu erproben. Wenn Sie allerdings schon leise u. normal laute Sprache verzerrt hören, sehe ich schwarz.
      Ich wünsche viel Erfolg!
      Roland Timmel

  12. Sehr geehrter Herr Dr. Timmel
    Seit einem Konzertbesuch habe ich Probleme mit dem hören, hohe Töne höre ich verzerrt, dies fällt mir vor allem beim Fernsehen und beim Musikhören auf. Auch hohe Frauenstimmen klingen schrill und unangenehm. Auch habe ich fast stänidig ein unangenehmes ziehen im Ohr und auf manche Geräusche bin ich überempfindlich. Meine Frage ist nun ob man da mit einem Hörgerät etwas machen könnte. Diese verzerrungen Stören mich schon sehr. Meine Hörkurve hat auch einen leichten Einbruch im Hochtonbereich. Bisher wurde mir allerdings von diversen HNO Ärzten immer wieder erzählt das dies noch im normalen Rahmen sei. Kann man sich ein HG auch auf eigene Faust beim Akustiker anschaffen bzw testen oder ist dafür immer eine überweisung vom HNO Arzt nötig?

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Maldacker

    1. Hallo Herr Maldacker,
      Sie können natürlich direkt zum Akustiker gehen, sich untersuchen und beraten lassen, sowie Hörgeräte kostenfrei u. unverbindlich erproben. Ihrem Bericht nach haben Sie einen heftigen Lärmschaden erlitten, den wir Akustiker aber nicht heilen können. Den Einbruch in der Hörkurve bekommen Sie mit einem modernen mehrkanaligen Hörgerät sicher gemildert, aber das Ziehen nicht. Die Überempfindlichkeit (Hyperakusis) geht evtl. mit viel Geduld und Training nach einer Hörkorrektur mit Hörgerät zurück. Dieses muß aber sensibel justiert und wahrscheinlich mehrfach nachgestellt werden. Wegen der Hyperakusis und dem Ziehen sollten Sie sich mal einen Spezialisten (HNO-Arzt, Spezialklinik) suchen.

  13. Sehr geehrter Herr Dr. Timmel,
    meine erfahrungen mit Hörgeräteakustikern möcht ich ihnen gerne mitteilen. Habe ich doch Viele nützliche Infos aus den Beiträgen der User und ihren Antworten bekommen. Vor einem Jahr habe ich einen Hörtest bei einen Akustiker gemacht. Ergebnis, >Sie benötigen ein, nein zwei Hörgeräte. Gehen sie bitte zum HNO-Arzt und kommen dann mit Rezept wieder zu uns.< Keine weiteren Infos auf meine Fragen erhalten. – Anfang des Jahres wurde von einem Hörgeäteakustiker aus dem Nachbarort angeboten, kostenlos Hörgeräte zu testen. Ergebnis: Ich habe eine Woche lang Siemens life testen können. Fragen über Kosten wurden auch beantwortet. – Im Juni dann endlich (ich habe eine Pglegebedürfte frau zu Hause, Pflegestufe 3) zum HNO und eine Verordnung geholt. Sofort ansschließend zum Hörgeräteakustiker in meiner Heimatstadt. Dort wurden keine Fragen gestellt, sondern nur Termine genannt an denen ich wiederkommen könnte. Also zum nächsten Hörgeräteakustiker, dort hatte man Zeit und stellte Fragem nach den Hörgewohnheiten. Mir ging es überwiegend um Musik, Opernmusik, dementsprechende <Leistungen sollte das Gerät abdecken. Empfohlen wurde Witex und Oticon. Das Ahgil kam in die engere Wahl (Klangqualität). Meine Frage nach Siemens pure wurde negativ beschieden, führen wir nicht. Nach drei Wochen und zweimaliger Korrektur der Einstellung und Anpassung war ich mit dem Ergebnis immer noch nicht zufrieden.
    Also habe ich mit dem Akustiker aus dem Nachbarort (20 km) einen Termin vereinbart und meinen Wunsch nach guten Klang bei Opernmusik erläutert ohne von meinen bisherigen Erfahrungen etwas verlauten zu lassen. Drei Geräte wurden entsprechen vorprogrammiert: Siemens Pure, Witex, Oticon Agil pro, Vor Ort konnte ich alle drei Geräte mit Musik testen. Den besten Klang hatte das Agil pro von Oticon. Bei zwei weiteren Besuchen wurden die Einstellungen verbessert. Wobei beim Vorletzten Besuch die Lautsprecher ausgetauscht wurden. Jetzt habe ich die Power-Lautsprecher. Der Klang ist noch sauberer. Jetzt bin ich zufrieden. Bei einer Zuzahlung von ca. 4000 € haben sich die anderen Akustiker verdammt wenig Mühe gegeben.

    1. Herzlichen Dank für diesen Beitrag! Es sollte klar werden, daß es erstens auch bei Akustikern Qualitätsunterschiede gibt und zweitens jeder Kunde auch Verantwortung (und manchmal auch etwas Aufwand) übernehmen muß, damit am Ende etwas Gescheites raus kommt!

  14. Da ich noch Anfänger bin und gerade dabei bin das richtige Hörgrät zu finden lese ich mit großem Interesse Ihre Aus- und Einführung in dieses Metier. Ich habe aber mit 70 Probleme mich mit der ganzen Abkürzungen zurecht zu finden. Was heißt bitte: Idos, CIC, Micro HdO. u. usw. Kann man diese Begriffe irgend wo nachlesen.- Für einen Hinweis wäre ich dankbar.
    Freundliche Grüße

  15. Ich bedanke mich für die Erklärung des Preisunterschiedes. Es hatte mich eben verwundert, nun ist es klar.
    Ich habe mich nun endgültig für das genannte Agil Pro 13 entschieden – auch das häßliche blecherne Klirren wurde weitestgehend gemildert.
    Nicht durch eine starke Absenkung der Frequenzen über 1,5kHz, sondern durch die Anhebung des Bereiches 750Hz…1,5kHz.
    Dadurch braucht die Verstärkung nicht so hoch gestellt werden und das Klirren wird gemildert.
    Ist schon eine langwierige Sache, da die optimalen Kurven, Einstellungen, zu finden.
    Alles in Allem bin ich zufrieden.
    Meine Nachbarn sicher auch… 😉

    Jürgen Kirsten

  16. Hallo Herr Timmel,

    Durch zwei nicht sehr erfolgreiche MIttelohr-Operationen im letzten Jahr, habe ich derzeit einen Hörverlust von ca. 50-60dB auf meinem rechten Ohr. Dies war natürlich extrem einschneidend und belastend für mein Leben.
    Seit Ende 2009 bin ich in einer Testphase verschiedener Hörgeräte und bin leider noch nicht so überzeugt von den Produkten. Das beste Produkt ist bisher noch Phonak Smart, wobei der sound bei mir gefühlt noch sehr blechern ist und wirkt immer noch etwas weiter weg, als um mich herum – der surround-sound ist also nicht so toll. Der Hörakustiker meint, dass es natürlich auch schwer ist, wenn man ein gesundes Ohr zum Vergleich hat und auch noch direkt weiss, wie das Gefühl vor dem Hörverlust war. Siemens hatten wir auch im Test (Life oder Pure), dort war die Rückkopplung aber zu gross und das Gerät konnte meine Frequenzen nicht abdecken.
    Mein Hörakustiker meint, dass wir mit meinem Hörverlust und mit dem Anspruch vielleicht kein zu grosses Gerät zu nutzen, bereits sehr eingeschränkt sind. Ich bin 30 Jahre alt – natürlich will man in diesem Alter nicht zu viel auffälliges Gerät mit sich herumtragen, aber die Lebensqualität ist mir natürlich auch wichtig.

    Für mich steht neben dem eigentlichen hören auch im Vordergrund, dass es eine Belüftung des Ohres gibt (Entzündungen – da das Trommelfell immernoch offen ist), ideal wäre es, wenn ich mit beiden ohren auch wieder telefonieren könnte.

    Sehr wahrscheinlich werde ich noch eine weitere OP wagen, wobei mir die Ärzte auch nicht die Hoffnung machen, das der Hörverlust sehr viel besser wird – vielleicht kommt er in den Bereich von 30-40dB.

    Da ich ihre Seite sehr informativ finde, dachte ich, ich schreibe Ihnen mal und vielleicht haben Sie noch ein paar gute Tips für mich. Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

    Liebe Grüsse
    Ulrike Bogutzki

    1. Hallo Frau Bogutzki, das Wichtigste ist, daß das Trommelfell möglichst schnell geschlossen wird. Erstens können Sie dann wahrscheinlich wieder etwas besser hören u. zweitens ist die Infektionsgefahr gebannt. Dann könnten Sie auch ein sehr kleines IdO in Erwägung ziehen. Ansonsten sind sehr kleine HdOs mit externem Hörer (allerdings nur, wenn das Ohr trocken ist) eine gute Wahl. Siemens hat gerade jetzt eine neue Chipgeneration in Life u. Pure eingeführt. Die sind stärker (Life) u. pfeifen nicht mehr so schnell. Ansonsten ist Agil(Pro) von Oticon sehr schön klein als Ex-Hörer-Variante. Ebenso zu empfehlen sind WIDEX Passion oder ganz neu Clear440. Interessant vom Klang her ebenso Verite von Bernafon. Da hilft wirklich nur experimentieren, aber möglichst nicht ganz offen.

  17. – was ich da allerdings nicht verstehe – auf http://www.hoergeraete24.com/Oticon/oticon.htm wird der Preis eines Gerätes Agil Pro Power13 mit 2350,00€ angegeben – auf meinem Kostenvoranschlag steht für dass „Agil Pro 13 quarzsand 2977,00€.
    Sehe ich da etwas falsch? Denn ein Preisunterschid von reichlich 600 Euro, da sollte man schon etwas stutzig werden.
    Sicher sehe ich da etwas falsch, oder?
    Jürgen Kirsten

    1. Sehr geehrter Herr Kirsten, grundsätzlich kalkuliert jeder Betrieb selbst. Wichtig sind aber vorallem die Leistungsinhalte. Vorab: Der Preis von knapp 3000 Euro ist i.O. u. deutet darauf hin, daß dieser Akustiker viel zu leisten bereit ist. Gewissenhafte u. seriöse Akustiker bieten umfangreiche Beratung, vielfältige u. wenn notwendig wochenlange Tests mit mehreren Hörsystemen und 6 Jahre uneingeschränkte Beratung und Programmierservice an. Das ist alles mit viel Arbeit u. Zeit verbunden. Die Angebote auf der von Ihnen genannten Webseite erscheinen mir diesbezüglich nicht so umfangreich. Z.B. gibt es dort interessante Antworten auf häufige Fragen (ich zitiere):
      „Warum unterscheiden sich Ihre Preise so von denen meines Akustikers um die Ecke? Über eine Einkaufsgemeinschaft können wir unseren Einkaufspreis etwas drücken und somit einen günstigeren Preis an Sie weitergeben. Hinzu kommt, das in der Regel die Ausprobe von verschiedenen Hörgeräten entfällt. Diese Zeitersparniss fließt in unsere Kalkulation mit ein.
      – oder – „Kann ich mehrere Hörgeräte bei Ihnen testen wenn ich mir noch nicht sicher bin welches ich kaufen möchte?“ Das stellt in der Regel kein Problem da. Bis zu ca. drei Geräte dürfen Sie gerne testen. Darüber hinnaus müssen wir allerdings einen Aufschlag auf den Preis verlangen, da unsere Kalkulation keine wochenenlangen Anpassungen beinhaltet. Fragen Sie uns einfach. Ende des Zitats.
      Weitere Aussagen zeigen, daß die Firma keine Probleme hat, Geräte zum gleichen anscheinend günstigen Preis ins Ausland zu verschicken oder nach nur einer Vor-Ort-Einstellung zu verkaufen. Finde ich nicht so gut. Kann ich nur von abraten.

  18. Hallo Herr Kirsten, es freut mich, daß Sie die Qualitätsunterschiede bemerken und auch würdigen. Sollten Sie für die Benutzung eines externen Hörers geeignet sein (Akustiker fragen!), so rate ich Ihnen das Agil auch in dieser Variante zu erproben. Generell sollte der Klang noch besser werden. Meist gewinnt dadurch auch das Sprachverstehen noch etwas dazu.

  19. Ich trage erstmalig ein Hörgerät. Da ich erst 40 bin, hatte ich zu Beginn erst mal Hemmungen. Nachdem ich mehrere Geräte probiert habe, bin ich beim Oticon Agil gelandet. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass jeder Hersteller seinen eigenen „sound“ hat.
    Von dem Agil bin ich derart begeistert, dass ich mir ein Leben ohne Hörgerät gar nicht mehr vorstellen möchte. Das Oticon hat einen ungemein natürlichen Klang. Ich hatte auch ein REsound DOT ausprobiert, da kam mir der Klang jedoch etwas hart und metallisch vor.
    Der Preis vom Oticon Agil ist zwar erst mal heavy, aber wenn man sich überlegt, was ein Auto so an Wertverlust hat, dann hat man mit einem Hörgerät mit Sicherheit mehr Lebensfreude.

    MfG
    Ulrich Windmüller
    (Braunschweig)

    1. Ja Agil von Oticon ist ganz neu und hat neue Klang-Möglicheiten spendiert bekommen. Wenn es bei Ihnen möglich ist, so erproben Sie auch noch die Variante mit externem Hörer – die haben meist noch einen besseren Klang – vergleichbar mit einem IdO. Letzteres wäre vom Tragekomfort i.A. noch besser. Leider lassen die sich nicht unverbindlich erproben.

  20. Ein weiterer Kommentar:
    Ich teste nun gerade das neue Gerät von Oticon – ein „Agil pro 13“.
    Mein subjektiver Eindruck:
    – besseres Klangvolumen, klingt irgendwie voller
    – bessere Richtwirkung, demzufolge eine bessere Störgeräuschunterdrückung
    – besseres Verständnis einzelner Gespräche innerhalb einer Gruppe
    Alles in allem eben noch besser, als das erste von Oticon. Und das war auch schon gut.
    Ja, und es soll lernfähig sein, sich von alleine bestimmte Situationen merken.
    Das wird ich aber sicher erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.
    Der Preis läßt einem allerdings etwas erschauern… Was solls.
    Ich glaube, ich werde es behalten.

    Jürgen Kirsten

  21. Sehr geehrter Herr Timmel.
    Als Schlagzeuger, Bassist und Sänger kann ich Herrn Nyffeler sehr gut verstehen. Die Angesprochenen Probleme sind mit Einführung der Volldigitalen Hörgeräte erst entstanden. Die Digitalisierung der Eingangssignale führt bei den Neuen Geräten zu sehr frühem Verzerren, da der Dynamikumfang bei Weitem nicht ausreicht um ein Livekonzert darzustellen.
    An den „Lautsprechern“ liegt das meist nicht, da die Tiefen Frequenzen ohnehin kaum Verstärkung benötigen, da diese durch die Bohrung im Passstück und Hinter dem Ohr wahrgenommen werden.
    Mein Siemens Music kommt mit fast allen Pegeln und Spitzen klar. zudem bietet es meiner Meinung nach eines der schnellsten kompressionsverfahren. Ich habe schon mindestens 10 Volldigitale Hörsystem von verschiedenen Herstellern (Auch Siemens) getestet und alle als Mangelhaft empfunden.
    Als leidenschaftlicher Tontechniker arbeite ich sehr eng mit meinem Hörgeräte Akustiker zusammen und sorge bei den Einstellungen der Equalizer selbst für den guten Klang.
    Alle und damit meine ich wirklich Alle automatischen Einstellungen, die die Software aus den Hörkurven berechnet, sind fern ab vom „natürlichen Hören“
    Am besten nach dem Einstellen einmal einen Frequenz test mit einem „Normalhörenden machen (natürlich über Lautsprecher).
    Fazit:
    Leider wird die gute „Alte Technik“ nicht mehr weiter entwickelt und die Krankenkassen leisten den Rest dazu, indem sie ausschliesslich Volldigitale Hörgeräte unterstützen.
    Somit bleibt für Musiker und alle Kinder, die es mal werden wollen, nur die Hoffnung in ein Duales Volldigitales System (Zweikreis), welches auch mit hohen Spitzenpegels umgehen kann und „Sämtliche Filterfunktionen“ bei Bedarf abschalten kann.

    1. Hallo Herr Stenge-Koob, sicher sind Sie als „Musik-Profi“ besonders sensibel und somit ein Akzeptanzproblem für die „Nebenwirkungen“ der i.A. doch segensreichen Technik. Glauben Sie mir, auch mir sind schon rätselhafte Fälle untergekommen, die ich nicht lösen konnte. Aber ich möchte Ihnen Anregungen für weitere Tests geben. Erstens hat Bernafon mit der kanalfreien Technik (channelfree) für viele einen angenehmeren Klang. Aktuell gibt es die Veras-Familie (s. dort). Weiterhin haben Oticon-Hörgeräte oftmals einen als klarer bezeichneten Klang als viele andere Produkte. Oticon bietet auch verschiedene sogenannte „Profile“ an, die es sich lohnt mal miteinander zu vergleichen. Bei vielen Produkten werden die Begrenzungen auch zu vorsichtig eingestellt. Hier lohnt es zu experimentieren. Widex sagt von seinen Produkten auch, daß sie eine besonders große Eingangsdynamik abkönnen sollen. Ausprobieren!

  22. „Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören, wie Ihre Erprobungen ausgegangen sind“
    Natürlich, sehr gern. Und auch ganz schnell, aus gutem Grund schon nach wenigen Stunden Testzeit:
    Ich bekam heut das (Mittelklasse?) Gerät Vigo Connect Festwinkel (312) zur Erprobung.
    Und ich muß sagen, es ist um Klassen besser, als das Siemens- Gerät.
    Die Hörkurve ist irgendwie viel ausgewogener – und, das erscheint mir sehr wichtig, ich kann selbst die Verstärkung in Stufen regeln. Alles in Allem ist die Verständlichkeit der Sprache sehr viel besser.
    Ich werde nun dieses Gerät über eine Woche testen – und in der kommenden Woche ein weiteres der höheren Klasse der gleichen Firma testen. Ein ganz neues, bei dem der Akustikerin noch keine Erfahrungswerte vorliegen – leider hab ich die Bezeichnung vergessen…
    Nur, das es bis 10kHz verstärkt und wiedergibt und ein bessere Störgeräusch- Unterdrückung hat, hab ich mir gemerkt.
    Auch persönliche Eindrücke darüber werde ich hier berichten.

    Übrigens, das mit der Rückkopplung der Sinus- Töne hatte ich gelesen, das war mir bekannt.
    Deshalb verwendete ich bei den oben genannten Test Rechteck und Dreieck- Signale.

    Jürgen Kirsten

  23. Herr Timmel –
    Ich trage nun zum ersten male ein Hörgerät zur Probe – es ist ein Siemens NovaSense P500.
    – und zum ersten male muß man mich nicht mehr anschreien, muß ich dem Partner nicht auf den Mund schauen…
    Aber eines: Wenn die Verstärkung etwas höher ist, klirren da die Frequenzen über 1,5kHz. (erprobt mit dem PC- Tool „Adobe Audition 3“)
    Klirren ohne wirklich laut zu werden.
    Ist das ein Mangel am Lautsprechersystem oder nur eine Einstellungssache?
    Ich habe noch keinen Vergleich mit anderen geräten, erst kommenden Mittwoch werde ich ein anderes Gerät (Vigo Connect von Oticon) erproben.
    Ich würde mich über eine Bemerkung von Ihnen dazu sehr freuen.
    Danke!
    J.Kirsten

    1. Hallo Herr Kirsten,

      vielen Dank für Ihre Mitteilung und das allgemeine Lob auf die Hörgerätetechnik und die Arbeit meiner Kollegen.

      Alle modernen hochwertigen Hörgeräte haben eine automatische Rückkopplungsunterdrückung, die Sinus-Signale als interne Störung einstuft und durch einen „Gegen-Sinus“ versucht zu eliminieren. Diese „Störung“ hören Sie, wenn Sie das System mit Sinus provozieren. Ihre Methode ist also untauglich. Ansonsten ist das System vielleicht etwas zu stark limitiert im hohen Frequenzbereich. Sprechen Sie Ihren Akustiker daraufhin an. Meist kann man da die Einstellung noch etwas verbessern.

      Viel Erfolg wünscht

      Roland Timmel

      PS: Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören, wie Ihre Erprobungen ausgegangen sind.

  24. Hallo Herr Timmel,

    wie ich Ihrem Bericht über das Epoq von Oticon entnehmen konnte, verbindet sich der Streamer über ein Magnetfeld mit den Hörgeräten.

    Wie groß darf der Abstand zwischen Hörgerät (Epoq bzw. Agil) und Streamer maximal sein, damit ein Datentransfer störungsfrei abläuft?

    Muss der Streamer um den Hals getragen werden, oder kann man diesen auch einfach auf den Schreibtisch legen?

    Gruß
    A. Lehmann

    1. Hallo Herr Lehmann,

      zur Hörgeräte-Steuerung (Lautstärke, Programm) kann der Streamer bis etwa ein Meter Abstand ohne Antenne (Umhänge-Kordel) benutzt werden. Zur Audioübertragung ist diese unerläßlich (natürlich um den Hals gelegt). Somit wird sich Ihr Streamer ja sicher in Brusthöhe befinden. (Auf dem Rücken ist´s ja doch eher unpraktisch)

      MfG Roland Timmel

  25. Widex mind 440 M4-9

    Sehr geehrter Herr Dr. Trimmel
    Von einem Akustiker habe ich ein Hörgerät zur Probe erhalten. Widex mind 440 M4-9
    Im Hauptprogramm ist es nicht möglich, während einer Musikprobe das Hörgerät einzuschalten. Das wirkt sich beim Hörgerät in Form ständiges klirren, überschlagen (scherbeln) und Getöse des Tones aus. Auch störende Geräusche wenn ich mit der Tuba selber spiele. Im Konzertsaal ist das Musik hören in der Hauptstufe nicht möglich. 3 Stufen zurück stellen.

    Akklimatisierungs-Programm während der Probe und Konzert auf der Bühne.
    Lautstärke 5 Stufen minus stellen. Der Hörapparat ist etwas schwach eingestellt. Man hört die Gespräche weniger gut. (Dirigent) In dieser Einstellung muss ich das Gerät so zurück stellen, dass es seine Leistung stark einschränkt und es Fraglich wird überhaupt ein Hörgerät anzuschaffen.

    Musik bei Konzert hören im Saal.
    Musikprogramm: minus 3 Stufen Lautstärke zurück stellen.

    Ansonst ist das Hörgerät im Hauptprogramm bei Gesprächen im Bereich Haus, Strasse Umgebung zufrieden stellend. Das Gerät hat etwas einen grellen, hoher und künstlichen Ton.

    Frage: Was für ein Hörsystem Tipp eignet sich für Musiker und wie kann man es am besten Einstellen, während der aktiven Tätigkeit im Orchester? Wie kann man es Einstellen? Programm? Auf was muss der Hörgeräteakustiker achten? Haben Sie Erfahrungen was Musiker für ein Hörgerät tragen?
    Mein Hörverlust ist zwischen 22.5 bis 24.5 % rechts, links hauptsächlich Hochtöne.
    Ich bin 68 und spiele in einem Blasorchester Tuba.
    Mit freundlichen Grüßen Werner Nyffeler
    Stand 21.4. 2010.

    1. Hallo Herr Nyffeler,
      eine Antwort fällt schwer, weil erstens für eine perfekte Hörgeräteanpassung sehr viele Details wichtig sind, die ich nicht kenne und zweitens das Klangempfinden ebenfalls individuell ist. Aber trotzdem nachfolgend einige Hinweise. Hörgeräte sind primär zur Sprachkommunikation gedacht. Bei den extrem kleinen Lautsprechern (wenige Kubikmillimeter groß) ist guter Klang schwer zu realisieren. Ihre Anforderungen sind extrem (Musiker, starker Baß). Trennen Sie konsequent Sprachsituationen und Musik durch entsprechende Programm-Zuordnung. Fragen Sie nach einer Sonderanfertigung Mind-440-9-CB – ein Modell mit Zweiwege-Lautsprecher. Klingt bedeutend besser. Ob das bei Ihnen angeboten wird, weiß ich nicht. Hier in Deutschland habe ich es schon erhalten. Erproben Sie ansonsten Mind-440-micro-CB. Das hat diesen Zweiwegehörer. Lassen Sie die Geräte leiser und weniger grell einjustieren. Sollten Sie auch nach weiterer Optimierung unzufrieden sein, erproben Sie evtl. Verité von Bernafon oder Agil von Oticon. Beides auch Spitzengeräte mit hervorragendem Klang.
      Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören, wie Sie zum Ziel gelangt sind!

  26. Hallo!
    Ich trage seit gut drei Jahren Siemens Acuris Life. Leider habe ich immer wieder Ausfälle, weil Feuchtigkeit (Schweiß) in die Geräte kommt. Kann ich die Geräte von Innen versiegeln mit z.B. Plasik-Spray? Auch neuere Geräte sollen angeblich diesbezüglich Störanfällig sein, somit wäre das auch für eine geplante Neuanschaffung. Ihre Meinung?

    1. Schweiß ist tatsächlich ein großer Feind von Hörgeräten. Siemens hat seit einigen Jahren Nano-beschichtete Gehäuse. Ich glaube, für Acuris sollte es das auch schon geben. Am besten, Sie setzen sich mit Ihrem Akustiker in Verbindung. Der kann mit den Siemens-Technikern besprechen, was als Gegenmaßnahme möglich ist. Meine Industriepartner haben in besonderen Fällen schon eine Elektronik-Versiegelung gemacht. Damit ist wenigstens „das Innere“ etwas besser geschützt. Wandler u. Batteriekontakte leiden aber weiter. Am besten bekommt das Problem bisher Phonak mit Naida (siehe dort) in den Griff. Da ist das Gehäuse schweißfest konstruiert. Ansonsten kann Ihnen Ihr Akustiker sicher Hinweise zu einer optimalen Gefahrenabwehr (Pflegemaßnahmen + Zubehör) geben.

  27. Bei mir wurde eine Hochtonschädigung beiderseits festgestellt. Ich stehe nun vor der Entscheidung, mir gute Hörgeräte anzuschaffen. Ich habe schon mal ein Oticongerät getestet, und war damit einigermaßen zufrieden. Nun habe ich gelesen, dass am Anfang dieses Jahres noch bessere Geräte auf den Markt gekommen sind. Was können Sie mir raten, oder welches Gerät können Sie mir empfehlen? Was ist besser, ein hinter dem Ohr Gerät oder ein Im Ohr Gerät?

    1. Oticon hat vor 2 Wochen die hervorragende Epoq-Familie durch die Agil-Familie abgelöst. Die können alles, was Epoq zu einem der erfolgreichsten Geräte am Markt machte und noch etwas mehr. Die ersten Geräte sind bei uns eingetroffen und werden nach einigen Wochen Test von mir auch besprochen. Mit Oticon-Geräten habe ich in der Vergangenheit bei Hochtonsteilabfällen relativ sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Spur können Sie also getrost weiter verfolgen. Ob nun IdOs oder HdOs bei Ihnen besser sind, hängt von etlichen weiteren Faktoren ab und kann ich Ihnen nicht beantworten. Beides hat Vor- und Nachteile. Lesen Sie dazu mal „Hörgeräteauswahl“. Da es – für mich ganz unverständlich – Kollegen gibt, die aus den verschiedensten Gründen keine IdOs empfehlen, sollten Sie dann notfalls nochmal einen anderen Kollegen aufsuchen, der als IdO-Spezialist bekannt ist. Die Hersteller können jedenfalls beides heutzutage in hervorragender Qualität liefern. Ganz wichtig ist mir noch, darauf hinzuweisen, daß Sie unbedingt für beide Ohren ein Gerät brauchen. Ansonsten bekommen Sie kein Richtungsgehör und deshalb auch kein Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung.

  28. Ich stehe vor der Neuanschaffung eines Hörgeräts. Ich bin 75 und habe seit über 20 Jahren ein Hörgerät. Es begann mit einem extremen Steilabfall (ca. 60 dB zwischen 1000 und 2000 Hz), im Laufe der Jahre ist aber auch bei tiefen Frequenzen Schwerhörigkeit dazugekommen, ca. -30 dB. Ich benutze ein Gerät der Spitzenklasse (Phonak, 6 Jahre alt), mache selbst Kammermusik und höre Konzerte, aber das wir immer schwieriger, weil neben dem eigentlichen Nutzsignal immer ein Teppich an Verzerrungsprodukten vorhanden ist, der mir das Hören obertonreicher Musik (Streicher, Gesang) fast unmöglich macht, während Klaviermusik immer noch am besten übertragen wird. Haben Sie einen Rat, in welche Richtung ich mich bei einem Neugerlät bewegen sollte?

    1. Hallo Herr Delfs,
      Phonak hat einige sehr klangvolle Neuentwicklungen (ExeliaArt) auf den Markt gebracht, die durch die 20-Kanal-Technik und entsprechende Stärke auch für sie geeignet sein sollten. Ansonsten habe ich den letzten 2 Jahren mit Epoq von Oticon (Wird derzeit gerade durch Agil abgelöst) sehr gute Erfahrungen gemacht. Aktuell ein sehr erfolgversprechendes Gerät ist am Jahresbeginn von Bernafon auf den Markt gebracht worden. Die Veras-Familie übernimmt die kanalfreie Technologie (siehe Symbio) auf aktuelles technologisches Niveau. Diese kanalfreie Technik hat regelmäßig bei musikalischen und musizierenden Menschen beste Ergebnisse gebracht.

  29. Ich teste nun schon seit ca. 4 Wochen diverse Hörgeräte und fühle mich äußerst unwohl damit.
    Ich hatte vor 4 Jahren einen Hörsturz und die Einschränkung in meinem rechten Ohr ist so groß, dass ich lt. Aussage des HG-Akkustikers lediglich den Hörnerv trainieren kann, damit im Falle des Ausfalls des linken Ohrs noch eine Resthörfähigkeit vorhanden ist.
    Wirklich gut hören kann ich daher mit dem HG nicht. Viel eher stört es mich. Ich kann nur schwer Radio hören (es dröhnt), in einer Gruppe ist die Einschränkung genauso wie ohne HG und in der lauten Umgebung ebenfalls. Also kein Gewinn, nur wenn ich mich dafür entscheiden sollte, hohe Kosten.
    Deshalb fällt mir die Entscheidung so schwer und ich würde gerne weitere Stimmen dazu hören.

    1. Hallo Frau Slomka,
      es fällt mir schwer, aber bei Ihrer Schilderung kann ich Ihnen nur von einem Erwerb abraten. Das HG würde nur im Schrank liegen. Auch ich hatte schon solche Kunden, wo nichts anschlagen wollte. Das ist für alle Beteiligten bitter, aber die Wahrheit verdrängen hilft nicht. Sprechen Sie bitte ganz offen mit Ihrem Akustiker darüber. Manchmal hilft es auch noch etwas zu warten, denn jedes Jahr kommen neue Hörgeräte auf den Markt. Wenn alles ganz schlimm wird, gibt es noch Cochlear-Implantate. Solange der Hörnerv noch intakt ist, sind die hilfreich. Auch darüber kann Sie Ihr Akustiker informieren.

  30. Hallo Herr Timmel,

    schöne Grüße aus St.Wendel (Tinnitus-Spezial-Klinik Bosenberg).
    Ich habe eine Hörschwäche auf meinem linken Ohr im Frequenzbereich über 2,500 Hertz (Hochton), zusätzlich eine Hyperakusis und Tinnitus, alles links.
    Bin deshalb hier zur Kur, trage im Moment zum Testen ein Moda II, soll insges. 870,-€ kosten, bekomme es aber, wenn ich es hier erwerbe nach Test für 670,-€.
    Ist dies das richtige Gerät für mich, wenn ja´, ist der Preis o.k.?
    Sollte ich nach der Gewöhnungsphase ein weiteres probieren?
    Bin wegen der neuen Geräsche und der nicht verstellbaren Lautstärke leicht irritiert, hab’s aber auch erst 1 Tag drin.

    1. Hallo Herr Troßbach,
      Moda-II bezeichnet eine Bauform von Unitron-HdOs. Da gibt es aber verschiedene Qualitäten. Daß diese Geräte keine Lautstärkeregelung haben ist tatsächlich ungünstig. Kann aber mit einer Fernbedienung umgangen werden – bloß solche Hörgeräte sind teurer (und die Fernbedienung kostet auch Geld). Grundsätzlich sind 870 Euro nicht teuer. Aber was bekommen Sie dafür? Was wird mit der örtlichen Nachbetreuung (6 Jahre), die jeder Akustiker leisten muß? Ich rate Ihnen am Heimatort zum Akustiker zu gehen. Ihre Erfahrungen sind dort nützlich. Ich würde Ihnen ein kleines offen anzupassendes HdO mit Automatik, Impulslärmunterdrückung und zusätzlicher Lautstärkeregelung (oder mindestens einem Lärmprogramm)empfehlen.

  31. Zu Anfrage 14: Ihre Angaben sind doch recht ungenau. Generell sollten Sie beidseits ein Hörgerät benutzen. Lassen Sie sich nach einer gründlichen Untersuchung bei einem örtlichen Akustikermeister beraten.

  32. Zu Kommentar 13: Ich empfehle zu einem ansässigen Hörgeräte-Fachgeschäft zu gehen und dort eine individuell angepaßte Lösung anzustreben. So wie ich das verstehe, hat er ein Gerät der Fa. Auric vom HNO-Arzt erhalten. Das ist ein Versandhandelsgerät, im sogenannten eingeschränkten (verkürzten) Versorgungsweg. Das ist generell nicht zu empfehlen. Vom HNO-Arzt unabhängige Akustiker haben ein wesentlich größeres Angebotsspektrum und bieten in Beratung, Erprobung und Service (bis zu 6 Jahre incl.!) einfach wesentlich mehr. Generell empfehle ich eine offene Versorgung mit einem Mini-HdO. Da gibt es von fast jedem Anbieter gute Lösungen. Wenn der Preis zweitrangig ist, sollte Ihr Vater einfach verschiedene High-End-Modelle erproben.

  33. Sehr geehrter H. Dr. Timmel,
    mein linkes Ohr ist sehr schlecht (-60%) und führt beim Hören durch Störgeräuschen.Ich bin auf mein rechtes Ohr (-40%) angewiesen, trage also nur re. ein Hörgerät.
    Welches Gerät wäre für einen geplanten Neukauf
    zu empfehlen?

  34. Sehr geehrter Herr Timmel,
    mein Vater (67 Jahre) ist gerade in dem Prozeß, ein Hörgerät angepasst zu bekommen. Leider weiss ich nicht allzuviele Details. Schon seit Jahrzehnten ist des rechte Ohr schwer hörgeschädigt, in den ’80ger Jahren lautete die Diagnose M. Meniere. Nun verschlechtert sich auch das linke Ohr, und vor einer geplanten Saccotomie soll dem schlechten Ohr ein Gerät angepasst werden. Er hat schon ein Gerät der Firma Aurich (?) getestet, welches zwar die Hörleistung gut verstärkte, jedoch hielt er es nicht aus, es zu tragen, weil er sagt, daß er seine eigene Stimme viel zu laut höre, ausserdem würden alle Töne blechern klingen (die Verstärkung war aber sonst nicht schlecht). Kennen Sie dieses Problem und haben eine Idee, welche Art von Gerät er noch testen könnte? Der Preis spielt keine Rolle. Welche Informationen bräuchte ich, falls die hier beschriebenen zur Beantwortung dieser Frage nicht ausreichen? Vielen Dank im Voraus.
    MfG S. Reuß

  35. Sicher haben Sie recht, daß das Hören ein sehr subjektiver Vorgang (Empfindung) ist. Inzwischen ist aber der Anpaßvorgang auch wissenschaftlich gut abgesichert und strukturiert – der Akustiker muß die Verfahren aber beherrschen und anwenden. Da gibt es sicher auch Qualitätsunterschiede. Hilfreich sind: Insitu-Audiometrie, Lautheitsskalierung, Insitu-Anpassung, Hörsysteme mit Situationsklassifizierung (und automatischer Umschaltung) sowie selbstlernende Systeme (die Sie individuell anlernen können). Fragen Sie mal verschiedene Akustiker ab – Sie brauchen einen erfahrenen und engagierten Akustiker. Selbermachen kann gewaltig in die Irre führen (nicht nur beim IKEA-Regal). Viel Erfolg!

  36. Habe bereits 3 Hoersysteme gestestet. Ich bin von den technischen Moeglichkeiten moderner Hoergeraete ueberzeugt. Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Anpassen der Geraete keine leichte Aufgabe ist, weder fuer den betroffenen noch fuer fuer den Hoergeraeteakustiker. Letzter ist, meiner Meinung nach, mit der Anpassung total ueberfordert, da das Hoeren an sich eigentlich ein „Empfinden“ ist. Eine andere Person auch ein Hoergeraeteakustiker kann kaum meine Empfindung „nachempfinden“, egal wie gut ich ihm diese beschreibe.
    Fuer mich persoenlich, und nach drei Anlaeufen, wuerde ich mir ein Geraet wuenschen, an dem ich selbst die Anpassung vornehmen kann. Wo ich bis jetzt war, war man nicht bereit dies in Betracht zu ziehen.

  37. Zu Kommentar 9: So wie der Fall dargelegt wird, ist der Gedanke, daß zum Einstieg ein billigeres Hörgerät als das vorgeschlagene gehen sollte, nicht von der Hand zu weisen. Die genannten Typen erscheinen geeignet. Eine Gehörgangsverengung bedeutet zumeist, daß keine Technik (IdO oder Hörer von HdO mit externem Hörer) in den Gehörgang paßt. Wichtig ist auch, daß es gut in Handhabung ist (Alter beachten!). Moda ist ein sehr kleines Gerät. Würde ich nicht empfehlen. Moda-II ist da etwas besser, erfordert aber auch eine gute Feinmotorik. Generell ist Vorsicht angesagt, wenn ein Akustiker beim Arzt arbeitet. Das verstößt gegen die Berufsordnung und die unabhängige Beratung ist meist nicht mehr gegeben. Bitten Sie den HNO-Arzt um Aushändigung der Verordnung und suchen Sie damit (am besten Sie gehen mit) einen unabhängigen Akustiker auf.

  38. Zu Kommentar 10: Versáta-CIC ist sicher eine sehr gute Wahl – es ist ein sehr flexibles Gerät auch bzgl. Anbindung an externe Geräte (Fernbedienung, Bluetooth usw.). Exélia ist in einigen Punkten etwas besser (als Spitzengerät auch teurer). Am besten Sie erproben erstmal die entsprechenden HdOs und lassen dann das IdO mit der Technik bauen, mit der Sie besser gehört haben.

  39. Guten Tag H. Dr. Timmel,

    ich benötige ein neues Hörgerät. Mein Akkustiker hat mir von Phonak das Gerät Versata CIC (im Ohr Gerät)vorgeschlagen.
    Da ich berufstätig bin und viel telefoniere und auch täglich an einigen Besprechungen teilnehmen muss, habe ich hohe Erwartungen an ein Hörsystem. Können Sie diese Gerät empfehlen? Oder wäre das Gerät Exelia eher geeignet?
    MfG
    S.Palma

  40. Sehr geehrter Herr Dr.-Ing.Timmel,

    meine Mutter ist 78 Jahre alt und nun wurde eine Altershörschwäche festgestellt. Lt. Arzt beidseitig zwischen 40 + 50 Dezibel. Zum Arzt kam ein Akustiker und hat ihr aufgrund einer Hörgangverengung ein Hörgerät Fa. Unitron MODA mit einer Zuzahlung von á 1200,00€ empfohlen.Im Internet fand ich aber auch von Siemens solche Geräte Intuis Life (a 400,00 €) und Cielo 2 Life (á 830,00€). Meine Frage: Ist es notwendig bei einer anfänglichen Altershörschwäche und Altersdemenz solch teuere Hörgeräte anzuschaffen? Es geht nicht darum, dass es sie sich nicht leisten könnte sondern eher darum wird sie übers Ohr gehauen oder nicht?

    Mit freundlichen Grüßen

    Silvia Gehindy

  41. Sehr geehrte Frau Dehmelt,
    ich empfehle Ihnen, bei Ihrer Högeräteauswahl praktische u. technische Aspekte stärker als kosmetische Aspekte zu beachten. Wählen Sie lieber ein etwas größeres Gerät, welches mehr technische Möglichkeiten für das Verstehen in geräuschvollen Situationen und technische Reserven bereithält. Sprechen Sie Ihren Akustiker auf Zusatzgeräte an, die evtl. auch per Funk die Distanz zwischen Sprecher und Sprachaufnahme-Mikrofon verringern kann (z.B. Sendemikrofone). Die kosten zwar zusätzlich Geld, bringen aber viel mehr als Sie je mit einem Hörgerät bei großer Sprachdistanz und Störlärm erreichen werden. Benutzen Sie unbedingt zwei Hörgeräte, weil Sie sonst kein Richtungshören (wichtig in Gesellschaft) erlangen.

  42. Sehr geehrter Herr Timmel,
    ich bin schon jahrelang beidseits Schwerhörig.
    Ich verstehe nichts im Kino oder Theater usw.nur verzerrte verschwommene Geräusche
    Auch in der Gruppengespr/mehereFreundinnen verstehe ich vieles nicht, oft gerate ich dadurch in peinliche Situationen, ich schäme mich und fange an mich zu isolieren, fühle mich schlecht und werde depressiv.
    Ich teste zur Zeit ein kleines Hörgeät HOG von Simens.Gespräche zu zweit verstehe ich sehr gut, aber im Einkaufszentrum oder in den Bistros wo es sehr laut und viel Gespräche gibt, verstehe ich die Wörter nur verschwommen
    und kann die Gespräche nicht verstehen.
    Ich benötige 2 Hörgeräte, deshalb wird es auch teuer für mich, dafür möchte ich auch ein gutes leistungsfähiges Hörgerat haben.
    Vertraungsvoll wende ich mich an Sie, was oder wozu würden Sie mir raten.
    Bin 64 Jahre, fühle mich fit und möchte noch etwas Lebensqualität erreichen.
    Mit freundlichen Grüßen H.Dehmelt

  43. Es tut mir leid, aber zu Brite kann ich nicht viel sagen, weil ich dieses Produkt nicht verwende und auch nicht testen werde. Ich benutze gern Produkte von Bernafon, aber das Design leuchtet mir nicht ein. Generell gelten die Vorteile der Ex-Hörer-Mini-HdOs. Bei Bernafon zusätzlich gibt es zur Vollautomatik eine optionale Fernbedienung. Es ist ein Gerät der gehobenen Mittelklasse und hat eine Lautstärke- und Programmautomatik. Am besten ausprobieren. Fragen Sie doch alternativ mal nach Move-106 von Bernafon. Ich glaube die Technik ist vergleichbar. Das Gehäuse-Design paßt besser zur Anatomie. Aber Sie können es ja sicher alles mal erproben.

  44. Sehr geehrter Herr Dr. Timmel,
    ich habe mich ausführlich mit „Hörsysteme im Test“ beschäftigt, weil ich Ihre Ausführungen für sehr hilfreich erachtete.
    Könnten Sie vielleicht auch etwas aussagen über „Brite 502 Rite DM“ von der Firma BERNAFON?
    Vielen Dank für Ihre Mühe!
    H. Schlicht

  45. Generell haben alle Hersteller in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, daß die Geräte zuverlässiger werden. (Wenn ich das mit den Geräten der 90er Jahre vergleiche – z.B. Philips war eine Katastrophe – gibt´s nicht mehr). Der technologische Wandel zur Digitaltechnik tat ihr Übriges. Als ausgesprochen langlebig und zuverlässig auch bzgl. Schwitzen sind mir bekannt: Hörgeräte von Phonak und Widex. Alle anderen haben aber auch viel verbessert. Fragen Sie Ihren Akustiker gezielt danach! Die Erhöhung der Zuverlässigkeit hat auch Schattenseiten. So gibt es z.B. kaum noch Potentiometer zum Drehen und auch kaum noch echte Schalter.

  46. Jetzt stehe ich zum dritten Mal vor der Entscheidung neue Hinter-dem-Ohr-Hörgräte anzuschaffen. Bisher hatte ich Siemens und Audio Service Hörgeräte. Bei dem Probe tragen war das Hören sehr gut. Aber im täglichen Gebrauch waren die Geräte sehr reparaturanfällig. Das hat ziemlich viel Kosten für mich verursacht. Auch war nach einiger Zeit des tragens die Rückkoppelung der Geräte sehr unangenehm. Welche Hörsysteme sind relativ Wartungsgünstig?
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Engel

  47. Bin zur Zeit auf suche eines neuen HG, Teste zur Zeit Siemens Acuris, ist ganz toll, nächste Woche
    werde ich das neue Neuroth Hörgerät probieren.
    Bin beidseitig Höreingeschränkt und das seit ca.
    30 Jahren, bin aber 52 Jahre alt. Der Preis ist auch nicht schlecht von Neuroth 1 HG kostet ca.
    € 3.700,–. Vielleicht finde ich noch ein HG zum Testen.

  48. Die Frage nach dem besten Hörsystem läßt sich nicht so einfach beantworten. Da fließen so viele Aspekte rein, daß kann nur durch eine ausführliche Bedarfsanalyse im Hörakustikerfachgeschäft und vergleichende Erprobung im realen Leben einigermaßen geklärt werden.

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